Warum die Angst uns davon abhält die Welt zu entdecken….

Ängste sind so alt, wie die Menschheit selbst. Sie können nützlich sein und uns vor echten Gefahren beschützen. Aber auch irrationale Ängste wie Flugangst, Angst vor großen Menschenansammlungen oder wie in meinem Fall die Angst vor Spinnen beeinflußen unser Tun und Handeln teilweise nachhaltig, ohne dabei einen wirklich sinnvollen Zweck zu erfüllen.

Die Angststörung führt häufig zu einem Teufelskreis aus Angst vor einer potenziellen Gefahr, der Vermeidung eben dieser und einer sich daraus ergebenden Verstärkung der Angst.

Aus verhaltenspsychologischer Sicht bilden diese rational unbegründeten Ängste sogar eine Störung. Vielleicht hast du in diesem Zusammenhang schon einmal den Begriff „Phobie“ gehört, der eine übersteigerte Angst vor einer bestimmten Sache beschreibt. 

Die gute Nachricht ist, dass es sich gleichwohl um eine gut behandelbare Störung handelt und man nicht für immer Opfer seiner Ängste sein muss. 

Ich, als Betroffene, habe schon oft darüber nachgedacht eine Therapie gegen meine Spinnenangst zu beginnen. Aber so lächerlich es auch klingen mag: Ich habe irgendwie Angst davor, dass ich es am Ende gut finden könnte, eine Spinne auf dem Arm sitzen zu haben. Ich bin dahingehend richtig phobisch, werde hysterisch, vergesse jedwede Etikette und laufe je nach Situation Gefahr, in wirklich bedrohliche Situationen zu geraten. Beispielsweise, wenn sich eine Spinne während der Autofahrt vor mir abseilen würde. 

Kürzlich entdeckte ich ein Spinnennetz nebst Bewohnerin zwischen Lenkrad und Armaturenbrett aufgespannt. Dabei wurde mir erst wirklich bewusst, dass die Gefahr eines Unfalls viel realistischer ist, als dass mich die Spinne frisst, mir nachts ein Nest ins Ohr baut oder Dergleichen mehr. 

Ich habe beschlossen Etwas zu verändern! Es muss ja nicht gleich damit enden, dass der achtbeinige Zukunftsfreund mir auf dem Arm sitzt, aber es wäre schon viel gewonnen, wenn eine Panikreaktion ausbliebe und ich ganz ruhig dazu im Stande wäre den ungebetenen Gast nach draussen zu befördern ohne ihm direkt das Leben zu nehmen beziehungsweise meines dabei zu verlieren.

Kurz zusammengefasst besteht die Angst-Therapie darin, das Verhalten anzupassen und adäquate Reaktionen zu trainieren, indem man erlernt, dass von der gefürchteten Sache eigentlich keine realistische Bedrohung oder Lebensgefahr ausgeht. Stück für Stück setzt man sich ganz bewusst durch Betrachten und Erleben von Situationen mit seinen Ängsten auseinander, bis man es irgendwann geschafft hat sie gänzlich zu überwinden.

Auch wenn der Vergleich abstrakt erscheint, so möchte ich ihn doch aufstellen, denn für mich verhält es sich mit der viel erwähnten „Komfortzone“ ganz genauso.

Was könnten die Leute sagen? Was ist, wenn das schief geht? Was machen wir, wenn wir die Fähre verpassen oder seekrank werden? Was ist, wenn einer krank wird? Und so weiter, und so weiter….Ach weißt du was? Dann lassen wir es lieber bleiben! Da gehen wir lieber kein Risiko kein, dann kann auch nichts passieren….

…KÖNNTE deine logische Konsequenz sein. Muss es aber nicht, denn was wäre denn, WENN ALLES KLAPPT, NIEMAND KRANK wird und du eine ganz neue Ebene von Glück für dich entdeckst?

Ich persönlich mag es nicht besonders, wenn mir jemand zig Gründe aufzählt, warum Dinge nicht funktionieren könnten, anstatt dieselbe Energie dafür zu verwenden doch eine Lösung zu finden und es wenigstens einmal zu probieren. Ich bin grenzenlose Optimistin und gebe nur höchst ungern auf! Wenn ein Versuch scheitert, dann überlege ich mir eine andere Strategie und starte von vorn. Manchmal muss ich sogar gebremst werden, damit ich nicht noch etwas Unüberlegtes tue in meinem Übermut.

Meinen Bus Lorenzo habe ich ohne jede Fachkompetenz (zumindest zu Beginn) selbst ausgebaut. Angefangen von der Solaranlage bis hin zu den Möbeln. Natürlich habe ich mir hier und da Hilfe suchen müssen und natürlich hatte ich auch immer wieder Zweifel, ob ich mich damit nicht übernommen habe. Aber mit Ausdauer und dem Glaube daran, dass Alles gut werden wird, habe ich mir und meiner Familie einen Traum erfüllt, der uns nicht nur auf materieller sondern vor Allem auch auf spiritueller und menschlicher Ebene unglaublich bereichert! 

Es hätte auch tausend Gründe gegeben es bleiben zu lassen, auch die Stimmen von aussen haben ihre Zweifel mehr als lautstark zum Vortrage gebracht, aber schlussendlich wurden wir für den Mut und die Ausdauer belohnt und bereuen den Schritt keine Sekunde!

Deswegen empfehle ich auch dir, dich deinen Ängsten zu stellen und genau die Dinge auszuprobieren, die dir vielleicht heute noch ein wenig Bauchschmerzen bereiten. Denn der Weg ist da, wo die Angst ist! Raus aus der Komfortzone, rein ins Leben!!! Such dir Gleichgesinnte und lass dich nicht von Neidern bremsen. Wenn du überzeugt von einer Sache bist, dann gibt es meiner Meinung nach auch einen Weg.

Gib deinen Zweifeln und deinen Ängsten keine Macht, hör auf deinen Bauch und tu nur das, was dich und deine Liebsten glücklich macht, auch wenn das vielleicht bedeutet, dass du etwas wagen musst oder gar ein kleines Risiko eingehst. 

Es muss ja nicht gleich so ein großes Projekt sein, wie ein Selbstausbau-Kastenwagen, aber wenn es schon immer dein Traum war frei zu reisen, dann probier doch mal einen Camper-Urlaub im Miet-WoMo aus? Oder im Dachzelt? Oder, oder, oder….

Und falls du wie ich „nur“ Angst vor Spinnen hast, dann schließe dich mir an und besieg die Angst! Schakka!

Deine Susann